Allgemeines

Capsule Wardrobe – In 7 Schritten zum minimalistischen Kleiderschrank

Die „Capsule Wardrobe“ ist in aller Munde. Doch was hat es damit auf sich?

Es ist eine sehr reduzierte Garderobe mit bewusst ausgewählten Kleidungsstücken, die sich alle vielfältig kombinieren lassen. So minimalistisch, dass die Garderobe pro Saison aus nur 30 – 35 Kleidungsstücken inkl. Schuhen besteht. Eine Saison sind 3 Monate (Frühjahr – Sommer – Herbst – Winter).

Diese minimalistische Garderobe ist ein wunderbarer Gegentrend zur „fast fashion“, in der kurzlebige Trends in Massen produziert werden. Je billiger, desto besser und leider oft ohne Rücksicht auf ökologische oder ethische Verantwortung.

„Buy less. Choose well. Make it last.“ 

Die Modedesignerin Vivienne Westwood, hat es sehr treffend formuliert: Kaufe wenig, wähle sorgfältig aus um lange Freude daran zu haben.

Hier meine 7 Schritte für Ihre „Kapselgarderobe“:

1. Bestandsaufnahme

Nur wenn Sie genau wissen welche Kleidung Sie besitzen, wissen Sie was fehlt und bekommen Ideen wie Sie Ihre Kleidung kombinieren können. Dafür bitte mal ALLES aus dem Schrank räumen.

2. Sortieren

Was sind Lieblingssachen, welche Farben & Schnitte mögen Sie besonders gern? Diese Kleidungsstücke dürfen definitiv bleiben.

Pro Saison dürfen Sie behalten:

  • Ca. 15 Oberteile (Blusen, Pullis, Strickjacken, Blazer)
  • 9 Unterteile (Hosen und Röcke)
  • 2-3 Jacken
  • 2-3 Kleider
  • 5-9 Paar Schuhe

Alles andere kommt erst einmal weg: In Kisten verstaut und weg aus Ihrem Sichtfeld.

3. Farbkonzept

Die Garderobe sollte hauptsächlich aus Basisfarben (z.B. Schwarz, Grau, Weiß, Marineblau, Beige) und 1-2 persönlichen Akzentfarben bestehen (z.B. Bordeaux, Türkis). So kann die Kleidung vielseitig kombiniert werden. Ihre Akzentfarben können Sie auch in den Accessoires aufgreifen (Gürtel, Schals).

4. Unifarben vs. Muster

Einfarbige und schlichte Kleidung ist vielseitiger kombinierbar als gemusterte und detailreiche Kleidung. Daher gilt: Ca. 80 % der Kleidung sind Basics – einfarbig und schlicht. 20 % setzen Statements durch Muster, Stickereien etc. TIPP: Die Farben im Muster sollten Ihren Basis- und Akzentfarben entsprechen!

5. Mindestens 3 Outfits pro Kleidungsstück.

Jedes Ihrer Kleidungsstücke sollten Sie zu mindestens 3 unterschiedlichen Looks kombinieren können. Daher überlegen Sie schon im Geschäft, wie sich das neue Kleidungsstück kombinieren lässt. Hosen und Röcke wählen Sie so aus, dass sie in Form und Länge sowohl zu flachen als auch zu Absatzschuhen gut aussehen. ACHTUNG: Zuhause überprüfen, denn das Shoppen hört nicht an der Ladenkasse auf.

6. Eigenen Stil entwickeln

Sie sollten wissen was Ihnen WIRKLICH steht – Farben, Formen, Stilrichtung. Wenn Sie jeden Trend mitmachen, wird es kaum möglich sein den eigenen Stil zu entwickeln oder eine reduzierte Garderobe aufzubauen. Daher sollten Sie nicht jeden Trend mitmachen.

7. Im Alltag überprüfen und notieren was fehlt.

Der Alltag zeigt welche Kleidungsstücke Sie tatsächlich oft und gerne tragen. Außerdem werden Sie feststellen, dass das ein oder andere Kleidungsstück, ein Schuhpaar oder ein Accessoire noch fehlt. Machen Sie sich direkt Notizen und erweitern Sie Ihre Garderobe beim nächsten Einkauf um diese wirklich sinnvollen Stücke. Kleidungsstücke die sich als Schrankhütern entpuppt haben, sollten Sie nach der Saison aussortieren.

Für RTL wurde ich im Rahmen eines Capsule Wardrobe Experiments um ein paar Statements gebeten. Hier können Sie den Beitrag ansehen. Meine kurzen Statements beginnen ab Minute 2:30.

FAZIT zur Capsule Wardrobe:

Ob es nun 33, 37 oder 45 Teile sind – letztendlich geht es darum das Bewusstsein dafür zu wecken, dass man nicht viele Kleidungsstücke braucht. Weg von Kleidung im Überfluss,  Shoppingwahn und Frust vorm Kleiderschrank. Hin zum bewussten Kauf von Kleidung, gegen „fast fashion“ und für mehr Freiheit und Spaß am Kombinieren.

Herzlichst

Sonja Garrison


Weitere nützliche Tipps habe ich in folgenden Blogbeiträgen verfasst: 10 Tipps für den perfekten Garderobencheck und Kombinieren leicht gemacht.

Sie möchten keine News, Stil-Tipps und Blogbeiträge mehr verpassen? Hier gehts zur Newsletteranmeldung!

Garderobencheck
Allgemeines, Für Frauen, Für Männer

10 Tipps für den perfekten Garderobencheck – gegen Panikattacken vor dem Kleiderschrank

Mal ehrlich – wann haben Sie zuletzt einen Garderobencheck gemacht? Meine Erfahrung zeigt, dass die Lösung auf viele Fragen rund ums Kombinieren, Einkaufen und den eigenen Stil, bereits im Kleiderschrank beginnt. In diesem Blogbeitrag führe ich Sie in 10 Schritten an Ihre perfekt geordnete Garderobe heran.

2 x pro Jahr – immer zum Saisonwechsel sollten Sie IHREN Garderobencheck durchführen. In jeder Saison teile ich daher einen Artikel zum Thema. Als Reminder für meine Stammkunden und um Neulingen den Schrecken vor dem Garderobencheck zu nehmen. Ein solcher Check wirkt BEFREIEND und verändert die Perspektive – im wahrsten Sinne! Endlich wieder Überblick im Schrank bedeutet: Neue Outfits zu kreieren wird leichter und Panikattacken vor dem Schrank haben ein Ende!

Genug Gründe sofort loszulegen? Dann lesen Sie gleich weiter unten meine 10 Tipps.

Ihr Kleiderschrank – Ihre persönliche „Boutique“

Warum macht es im Geschäft so große Freude zu stöbern? Weil dort Ordnung herrscht und die Kleidung schön und luftig präsentiert ist. (Meistens zumindest) Und wie sieht’s in Ihrem Kleiderschrank aus? Zaubern Sie sich daher in Ihrem Zuhause ein Ambiente, in dem es Spaß macht neue Outfits zu kombinieren. Schaffen Sie sich Ihre eigene kleine Boutique!

Dafür brauchen Sie ÜBERBLICK. Nur wenn Sie wissen was Sie haben und welche Ergänzungen fehlen, können Sie eine vielseitig kombinierbare Garderobe aufbauen.

Studien besagen, dass 80 % der Kleidung die wir besitzen so gut wie nie getragen wird. Nur 20 % tragen wir regelmäßig. Das kann ich bestätigen. „Ach, das habe ich ja auch noch.“ Einen Satz den ich ständig höre, wenn ich meine Kunden beim Garderobencheck unterstütze. Da findet sich in den hintersten Ecken eingestaubte Kleidung. Nah, ertappt?

Langfristige vs. kurzfristige Fehlkäufe

Jedes ungetragene Kleidungsstück ist GELD, das Sie andere Dinge hätten ausgeben können.

Sehr häufig stoße ich bei meinen Kunden auf Kleidungsstücke, an denen sich noch das Etikett befindet.  „Mmh, so richtig wohl gefühlt habe ich mich darin nie.“, „Es war im Angebot.“, „Das gab es nicht mehr in meiner Größe.“ – Dann kaufen Sie es nicht! Oder geben es kurz nach dem Kauf zurück. TIPP: Innerhalb der ersten 3-4 Tage nach jedem Kauf überprüfen Sie das neue Kleidungsstück. Ziehen Sie es an, erstellen Sie verschiedene Looks und entscheiden Sie ob es bleiben darf. Das gilt auch fürs Online-Shopping. Einen Fehlkauf den Sie rechtzeitig erkennen und zurückgeben, wird KEIN Schrankhüter. Ihr Bankkonto wird es Ihnen danken.

3 Meter Kleiderschrank voll – und NICHTS anzuziehen?

Bleiben Fehlkäufe und unliebsame Kleidungsstücke ungetragen im Schrank, nagt das am Gewissen – ganz unbewusst! Wir fühlen uns schlecht weil der Schrank vollgestopft ist und sind frustriert weil der Überblick fehlt. Wenn der Schrank vollgestopft ist und das Gefühl bleibt, dass man NICHTS zum Anziehen hat, ist das ganz schön frustrierend.

Geben Sie weg, was Sie nicht glücklich macht. Befreien Sie sich von „Altlasten“ die unnötig Platz rauben. Man braucht nicht viel Kleidung, wenn das was man hat vielseitig kombinierbar ist. Ist der Schrank hingegen vollgestopft mit wunderschönen Einzelteilen, versperrt uns das die Sicht auf die wesentlichen Dinge.

Es ist also radikales Umdenken gefordert.

Garderobencheck

Los geht’s … Meine 10 Tipps für einen erfolgreichen Garderobencheck:

1. Ausräumen: Räumen Sie alle Sachen raus aus dem Schrank. JA, ich meine wirklich – ALLES! Legen Sie die Kleidung auf den Boden oder das Bett. Vergessen Sie nicht die Kleidung die Sie im Keller, im Gästezimmer oder unter dem Bett verstaut haben. Planen Sie also genug Zeit ein. Schreckt Sie das ab? Dann ordnen Sie nacheinander –  Schrankelement für Schrankelement.

2. Reinigen: Wischen Sie Schubladen und Schrankböden aus. Das duftet herrlich und so haben Motten keine Chance!

3. Sortieren & Ausmisten: Sortieren Sie Ihre Kleidung in 3 Stapel: LIEBLINGSSTÜCKE, WENIG GETRAGENES (z.B. kaum Kombinationsmöglichkeit, muss repariert werden) und WEG DAMIT (weil verwaschen, passt nicht mehr, Fehlkauf, etc.)

Bringen Sie wenn notwendig Kleidung zur Reinigung, nähen Sie fehlende Knöpfe an, bereiten Sie kaputte Kleidung auf.

 



 

4. Eine „365 Tage“ Garderobe: Sie möchten das edle Seidentop für den Herbst/Winter in eine Kiste packen? STOP! Das edle Top können Sie im Winter unter einem Kuschelpulli herausblitzen lassen, das zarte Viskosekleid mit blickdichter Strumpfhose, Stiefeln und einem Strickmantel tragen, usw. Versuchen Sie so viel Kleidung wie möglich, das ganze Jahr über zu tragen.

5. Looks kreieren: Jetzt wird’s spannend. Wieviele neue Outfits können Sie mit den vorhandenen Kleidungsstücken erstellen? Experimentieren Sie, seien Sie kreativ. Holen Sie sich Inspirationen (gute Inspirationsquellen: Conley’s, Impressionen, Pinterest, Instagram). Machen Sie am Besten Fotos von den neuen Outfits, damit Sie später im Alltagstrubel keine vergessen.

6. Bedarfsanalyse: Wenn Sie neue Looks erstellen fällt Ihnen sicher auf, dass bestimmte Sachen fehlen. Notieren Sie welche neuen Kleidungsstücke und Accessoires notwendig sind, um Ihre Garderobe sinnvoll zu ergänzen und aufzupeppen.

7. Einräumen mit System: Sortieren Sie die Kleidung nach ART in den Schrank ein: Hosen, Blusen, Shirts, Kleider, etc. Und innerhalb der Art nach Farben und Stoffqualität (sportlich / fein / elegant).

8. Ordnung schaffen: Hängen Sie Kleidung aus zarten und knitteranfälligen Stoffen auf. Nutzen Sie durchgehend gleiche Bügel. Dies wirkt herrlich aufgeräumt. Drahtbügel aus der Reinigung sind ein NO GO, denn Schulterpartien von Kleidern und Jacken beulen aus. Besser sind Holzbügel mit geformter Schulter.

Extra-TIPP: Hängen Sie die Bügelhaken beim Garderobencheck erst mal von hinten über die Kleiderstange. Jedes zukünftig getragene Kleidungsstück hängen Sie dann wieder klasssich von vorn auf die Stange. So sehen Sie beim nächsten Garderobencheck, welche Kleidungsstücke Sie in der letzten Saison überhaupt nicht getragen haben und können diese gegebenenfalls aussortieren.

T-Shirts, Longsleeves, Tops und Pullis können Sie gefaltet unterbringen. In Regalböden gestapelt oder was in Schubladen untergebracht wird, können sie „stehend“ unterbringen. So haben Sie einen perfekten Überblick. Ich persönlich liebe diese Methode. Marie Kondo, eine japanische Aufräumspezialistin, hat dies perfektioniert. (hier zwei Links: Video1 und Video2 mit Marie Kondo)

9. Second Hand: Gut erhaltene Kleidung die aussortiert wurde, können Sie in Second-Hand-Läden geben. Wenn Sie die Kleidung selbst verkaufen möchten, bietet sich Ebay, Kleiderkreisel oder auch Mädchenflohmarkt an. Alternativ können Sie Kleidung auch spenden.

10. Genießen: Erfreuen Sie sich an Ihrem geordneten Kleiderschrank und behalten Sie diese Ordnung über die Saison hinweg bei.

Sie haben es geschafft und können stolz auf sich sein!!

Möchten Sie Unterstützung beim Garderobencheck? Ich freue mich Sie zu unterstützen. Kontakt

Übrigens, wenn Sie unsicher sind welche Farben und Schnittführungen die richtigen für Sie sind, kann das auch zu Fehlkäufen führen. Eine Beratung zu diesen Themen wird Ihnen die nötige Sicherheit geben.

Herzliche Grüße

Sonja Garrison

PS: Sie möchten keine News, Stil-Tipps und Blogbeiträge mehr verpassen? Hier gehts zur Newsletteranmeldung! 1 – 2 x pro Monat gibt es wertvolle Tipps und als Dankeschön für Ihre Anmeldung meinen „Outfit-Wegweiser“ gratis.