Frau im Homeoffice
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Erfolgreich im HOMEOFFICE – Dresscode oder Schlabberlook?

Letzte Woche durfte ich die Außendienstmitarbeiter eines internationalen Pharmaunternehmens auf Ihre Reise in die Arabischen Emirate vorbereiten. Der Vortrag vor rund 60 Personen war telefonisch – OHNE VIDEO und nur unterstützt durch eine Web-Präsentation.

Die Teilnehmer konnten mich also nicht sehen. Theoretisch hätte ich im Schlabberlook vor dem Rechner sitzen und meinen Vortrag halten können. Doch das habe ich nicht – weil Kleidung wirkt!

Ob Homeoffice oder Kundentermin – Kleidung wirkt nach INNEN und nach AUSSEN

Sie sind selbstständig, Freelancer oder angestellt – und sind meistens allein in Ihrem Büro oder im Homeoffice?

Im Büro Zuhause zu arbeiten, erfordert viel Selbstdisziplin und hat doch viele Vorteile: Man teilt sich seine Arbeit selbst ein, ist unabhängig, kein typischer Feierabendverkehr und man muss sich nicht nach einem formellen Dresscode richten.

Doch egal ist es nicht, was Sie anziehen – denn Ihre Kleidung beeinflusst Ihr Verhalten.

Stellen Sie sich folgendes vor:

Sie möchten einen Kunden am Telefon von Ihrem Angebot überzeugen – egal ob es eine tolle Dienstleistung oder ein Produkt ist:

  • Welche Haltung nehmen Sie ein – mit zerzaustem Haar, in Jogginghose, Schlabberlook oder sogar im Schlafanzug?
  • Welche Haltung nehmen Sie ein – frisch geduscht, ein wenig zurechtgemacht?

Wie verändert sich jeweils Ihre innere Haltung und die Ihrer Körperhaltung und Stimme?

Auf den ersten Blick scheint das Outfit bei einem Telefonat keine große Bedeutung zu spielen. Schließlich sieht Ihr Gesprächspartner bzw. Kunde Sie nicht. Doch Kleidung WIRKT!

Sie beeinflusst unsere innere Haltung und Einstellung – und damit unsere Gestik, Mimik und Körperhaltung, die Stimme und die Art zu sprechen.

Machen Sie sich die Wirkung Ihrer Kleidung bewusst. Man hat festgestellt, dass ein angemessenes Outfit im Homeoffice sogar leistungssteigernd ist und das konzentrierte und fokussierte Arbeiten fördert.

Ein Grund mehr also – morgens aus dem Schlafanzug raus zu kommen.

Bitte lächeln – warum Gestik und Mimik beim Telefonieren eine wichtige Rolle spielen

Auch wenn Ihr Gesprächspartner Sie am Telefon nicht sieht, so wirkt sich Ihre Stimme, Ihr Verhalten und die Herangehensweise, positiv oder negativ auf das Gespräch aus.

Für Sänger ist eine aufrechte Haltung besonders wichtig um der Stimme / der Luft, den nötigen Raum zu geben. Nicht anders ist es beim Sprechen. Und so ist es ein großer Unterschied, ob Sie beim Telefonieren mit einem Kunden auf der Couch liegen oder aufrecht am Schreibtisch setzen.

Und nicht vergessen – LÄCHELN: Denn auch wenn Ihr Kunde Ihr Lächeln nicht sehen kann, verändert es Ihre Art zu sprechen und hat großen Einfluss auf das Telefongespräch.

 

Welches Outfit fürs Homeoffice ist das richtige?

Auch wenn die Kleidung unser Verhalten beeinflussen kann, heißt es im Umkehrschluss nicht, dass Sie im formellen grauen Anzug oder Kostüm allein vor dem Rechner sitzen müssen. Das wäre in den meisten Fällen wohl tatsächlich etwas overdressed.

MEIN TIPP:

Stellen Sie sich vor, ein Kunde, Mitarbeiter oder Ihr Chef könnte plötzlich unangemeldet vor der Tür stehen. Was wäre der „Homeoffice-Look“ in dem Sie sich wohlfühlen und auch mit guten Gefühl die Tür öffnen würden?

Hier ein paar Ideen:

Wenn Besuch ansteht – ein Kundentermin im Homeoffice – „was ziehe ich bloß an?!

Bevor Sie zu einem Outfit greifen, stellen Sie sich diese 5 Fragen:

  • Wen empfange ich?
  • Wie möchte ich wirken?
  • Was möchte ich bewirken?
  • Bin ich das wirklich / passt es zu mir?
  • Fühle ich mich wohl?

Genau diese Fragen bespreche ich mit meinen Kunden zu Beginn einer Beratung. Die Antworten – und wenn es nur Stichworte sind – lassen in meinem Kopf sofort Ideen für die passenden Outfits entstehen.

PRAXISTIPP:

Wenn Sie morgen früh Ihr Outfit auswählen, dann machen Sie folgendes:

Stellen Sie sich in Ihrem Outfit vor einen großen Spiegel und fragen Sie sich aus der veränderten Perspektive:

  • Wer ist die Frau / der Mann der mich da anschaut?
  • Was macht diese Person beruflich / was repräsentiert sie?
  • Was erwarte ich von ihr?
  • Wie wirken die Muster und der Stil der Kleidung?
  • Wie wirken die Farben?

Es erfordert etwas Übung – doch Sie werden recht schnell sehen, ob das jeweilige Outfit das Richtige ist – oder ob ein Detail nicht passt. Falls Sie etwas irritiert, tauschen Sie Farben, Muster, Accessoires oder auch das komplette Outfit aus.

Statt des Spiegel-Checks, können Sie auch den „Selfi-Check“ durchführen und von 2 bis 3 Outfitvarianten vor dem Spiegel einige Fotos machen. Betrachten Sie diese am nächsten Tag. Mit diesem Abstand fällt die neutrale „Bewertung“ noch leichter.

Egal ob Homeoffice oder ein Kundentermin – Kleidung wirkt! Sie haben die Wahl – Kleidung zu tragen, die Sie im Business unterstützt.

Anziehen müssen Sie sich ohnehin.

Herzliche Grüße

Sonja Garrison

 


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Dresscodes im Business – 5 Aspekte für Ihren perfekten Auftritt!

Was denken Sie über Dresscodes im Business? Antiquiert – also schlichtweg veraltet – oder sinnvoll?! Was muss man beachten und wie sieht so ein Dresscode eigentlich aus?

Genau diese Frage stellen sich viele meiner Kunden, darunter Unternehmen und Selbstständige. Deshalb möchte ich das Thema in diesem Blogbeitrag ein wenig beleuchten.

Man mag über Business-Dresscodes denken was man will. Doch vor allem im Kundenkontakt von Unternehmen ist es wichtig einen Leitfaden für das Erscheinungsbild der Mitarbeiter zu definieren. All das im Sinne der Corporate Identity. Dabei geht es nicht um starre Regeln oder Uniformen, sondern um Orientierungshilfen für mehr Sicherheit!

Der erste Eindruck zählt – Freund oder Feind?!

Die visuellen Eindrücke spielen beim Erstkontakt eine wichtige Rolle. Wir ziehen Rückschlüsse vom Erscheinungsbild auf die Persönlichkeit; und im Beruf auf die Kompetenz. Richtig eingesetzt, können Sie Ihre Persönlichkeit und Kompetenz durch eine authentische Geschäftsgarderobe unterstreichen.

Beim Erstkontakt entscheiden mit 55 % die visuellen Eindrücke wie Kleidung und Körpersprache. Gefolgt von 38 % mit unserer Stimme und nur 7% zählt der Inhalt des Gesagten.

Ein positiver erster Eindruck verschafft Ihnen einen Vertrauensvorteil

Ihr Gegenüber kann sich schneller auf Sie einlassen, wenn Sie durch ein authentisches Erscheinungsbild auf Anhieb überzeugen. Ein negativer erster Eindruck muss erst mühsam revidiert werden. Durch eine dem Anlass angemessene Garderobe zeigen Sie Ihrem Gegenüber außerdem Ihre Wertschätzung. Daher: Lieber ein wenig overdressed als völlig underdressed. Letzteres kann als Desinteresse ausgelegt werden. TIPP: Betrachten Sie sich aus der Perspektive des Kunden – was würden Sie von Ihrem Outfit und Auftreten erwarten …?

Weniger Regeln – wachsende Unsicherheit!

In vielen Branchen gibt es heute keinen klassisch formellen Dresscode mehr. Ausnahmen finden sich beispielsweise in der Finanzbranche, in Unternehmensberatungen und bei Rechtsanwälten. Immer weniger wird von Mitarbeitern aktiv gefordert sich an strenge Dresscodes zu halten. Auch weil sich vor allem junge Mitarbeiter mehr Individualität und Lässigkeit beim Business-Look wünschen. Eine weitere Herausforderung: Die Anforderungen einer Geschäftsgarderobe können je nach Branche, dem Unternehmen und auch innerhalb eines Teams sehr variieren.

Die Konsequenz: Immer weniger Absprachen und Vorgaben. Einerseits eine positive Entwicklung für mehr Individualität. Keinerlei Vorgaben bedeuten jedoch wenig Orientierung und damit wachsende Unsicherheit: „Kann ich die Krawatte weglassen?“, „Sind Jeans erlaubt?“, „Wie auffällig darf mein Schmuck sein?“, „Muss ich einen Designer-Anzug kaufen?“.

Leitfaden für mehr Orientierung

Ich plädiere in Unternehmen deren Mitarbeiter viel Kundenkontakt pflegen, für einen Leitfaden bezüglich der Geschäftsgarderobe – nennen  wir es einen „soften Dresscode“. Meine Erfahrung zeigt, dass Mitarbeiter diesen Leitfaden schätzen weil er ihnen Orientierung und Sicherheit gibt. Letztendlich kommt dies der Außenwirkung des Unternehmens zu Gute. Sprechen Sie sich zumindest vor Kundeterminen innerhalb Ihres Teams ab, damit Sie gemeinsam eine klare Linie zeigen!

 

Dresscodes: Formal Business – Modern Business – Casual Business

Nachfolgend eine Übersicht der 3 gängigsten Dresscodes. Die Grenzen sind oft fließend. Bei der Vielzahl an Branchen und den unterschiedlich Anforderungen innerhalb eines Unternehmens kann im Rahmen dieses Blogbeitrags kein pauschalisierter Hinweis gegeben werden. Die nachfolgenden Bilder und Beschreibungen verschaffen Ihnen aber einen ersten Überblick.

  • Formal Business: Oft geschichtlich gewachsene Unternehmen mit starken Hierarchien (Banken, Versicherungen, etc.). Das klassische Verständnis von Geschäftsgarderobe kommt hier zum Tragen: Bei Männern ein grauer oder dunkelblauer Anzug mit weißen und pastellfarbenen Hemden. Frauen tragen ein Kostüm oder einen Hosenanzug mit pastellfarbener Bluse. Wenig Raum für Individualität.
  • Modern Business: Zu finden in Unternehmen mit eher flachen Hierarchien und flexiblen Strukturen. Kreativ, innovativ und erfolgreich im Teamwork (Softwarehäuser, Werbeagenturen, Marketingabteilung innerhalb eines Unternehmens etc.). Die Kleiderordnung ist entspannter und es wird viel Wert auf Stil, Modernität und Individualität gelegt. Die Krawatte ist kein Muss. Dieser Dresscode setzt sich mehr und mehr durch und löst in vielen Branchen das „Formal Business“ ab.
  • Casual Business: Bitte nicht zu verwechseln mit Casual. Wir bewegen uns immer noch auf Geschäftsebene. Der Look sollte bei aller Lässigkeit immer eine gewisse Eleganz ausstrahlen. Kombinationen aus Sakko und Chinohose, evtl. sogar Weste statt Sakko, extravagante Einstecktücher. Je nach Branche und Unternehmen kommen auch modische Sneakers in Frage. Besonderheit „Casual Friday“: Auch am Freitag gilt – was im Büro getragen wird, sollte auch nach Büro aussehen (gepflegt und nicht nachlässig).

 

Die 5 wichtigsten Aspekte zusammen gefasst – damit SIE überzeugen:

  1. Lieber overdressed als underdressed – damit zeigen Ihrem Gegenüber Wertschätzung
  2. Achten Sie auf hochwertige Materialien und Verarbeitung.
  3. Exakte Passform vermittelt Genauigkeit. Zu enge oder zu weite Kleidung wirkt wenig überzeugend.
  4. Teamwork auch beim Outfit: Sprechen Sie sich mit Ihren Kollegen vor einem Meeting ab (Krawatte und Jeans = Ja oder Nein?). Oder möchten Sie beim Kundetermin am Ende besser gekleidet sein als ihr Chef?!
  5. Perspektivwechsel: Betrachten Sie sich als Ihr Kunde. Wirken Sie überzeugend? Was erwartet Ihr Kunde von Ihrem Auftreten?

 

In meinen Seminaren, Vorträgen und Einzelberatungen berücksichtige ich u. a. all diese Aspekte. Es wird analysiert welche Anforderungen die Geschäftsgarderobe erfüllen sollte. Ziel ist es, die Außenwirkung zu optimieren. In Abstimmung kann dabei genau festgelegt werden, welche Kleidungsstücke und Kombinationen in Frage kommen und welche weniger geeignet sind. Dies gilt gleichermaßen für Einzelunternehmer als auch für die Mitarbeiter eines Unternehmens.