Pullover Pilling
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Kuschelalarm – 5 Tipps gegen PILLING

Der Lieblingspulli voller Pilling. Diese fiesen kleinen Knötchen kennt bestimmt jeder. Bei Wollpullis ahnen wir schon, dass Knötchengefahr lauert. Doch wie sieht das bei anderen Materialien aus?

Wie erkennt man, ob ein Kleidungsstück anfällig für Fusseln und Knötchenbildung ist? Wie wird man Pilling wieder los und kann man vorbeugen?

Damit Ihre Lieblingspulli noch lange aussieht wie neu, verrate ich Ihnen meine 5 ultimativen Tipps gegen Pilling.

Wie entsteht eigentlich Pilling?

Kurz gesagt: Durch Verfilzung!

Beim Tragen und Waschen lösen sich ständig kleine Fasern aus dem Gewebe oder dem Maschenbild. Diese Fasern verfilzen an der Oberfläche durch Reibung. Je mehr abstehende Fasern Sie an der Oberfächer des Kleidungsstücks entdecken, desto eher besteht die Gefahr von Pilling bzw. Knötchenbildung.

Stark beanspruchten Stellen wie unter den Armen, dem Brust- und Schulterbereich, sind besonders betroffen. Auch die Waschmaschine und der Wäschetrockner lösen Fasern und tragen ihren Teil zum Knötchenchaos bei.

Welche Materialien sind besonders anfällig für Pilling?

Synthetische Fasern neigen eher zum Pilling als Naturfasern, da sie eine glatte Oberfläche haben und sich schneller aus dem Gewebe lösen können.

Bei Wollstoffen ist es eine Frage der Qualität. Für hochwertige Pullover werden eher lange und feine Wollfasern verwendet, die besser im Gewebe / Strick verankert bleiben. Werden hingegen kurze Fasern (Reste-Verarbeitung) zur Produktion eingesetzt, lösen sich diese schneller aus dem Textil und es entsteht schnell Pilling. Und ganz nebenbei befusseln sie alles um sich herum. Machen Sie also den „Schütteltest“ – Schütteln sie den Pulli ordentlich aus. Rieselt es Fussel – ist Vorsicht angesagt.

Die kurzen Faserreste sind übrigens ein Grund, warum „Kaschmirpullover“ oft so günstig verkauft werden können. Langfaserige Stoffe sind also hochwertiger, weil weniger anfällig und damit deutlich teurer.

Ein weiterer Nachteil von kurzfaserigen Stoffen: Das Kleidungsstück wird mit der Zeit immer „dünner“ weil es ständig Fasern verliert. Es ist somit besonders anfällig für Löcher und Risse. Und das passiert auch bei Shirts aus Baumwolle. Kennen Sie die kleinen Löcher auf Höhe Ihrer Gürtelschnalle / Höhe der Küchenarbeitsplatte? Das ist eine typische Stelle, die oft beansprucht wird.

Lesen Sie hier meine 5 besten Tipps gegen Pilling:

1. Machen Sie im Geschäft die Sicht- und Zupfprobe:

Halten Sie den Stoff gegen das Licht. Stehen extra viele kleine Fasern ab? Dann zupfen Sie vorsichtig daran. Lösen sich sehr viele kleine Fasern, dann ist die Gefahr für viel Pillingbildung hoch.

Ist die Oberfläche eher glatt, mit nur wenigen abstehenden Fasern oder vielen abstehenden Fasern, die sich kaum lösen lassen – dann ist es ein gutes Zeichen!

Übrigens, so sehr ein Werbeversprechen wie „Anti-Pilling“, „Fusselfrei“, „pillingarm“ locken mag. Unterschätzen Sie den Chemie-Cocktail nicht, der verarbeitet wurde und meist schädlich für Sie und die Umwelt ist. Gleiches gilt – ganz nebenbei – für „bügelfrei“.

2. Fusselrolle gegen Pilling

Neue Kleidungsstücke sollten Sie gleich nach dem Kauf sorgfältig mit einer Fusselrolle bearbeiten. Denn vom Fertigungsprozess in der Fabrik befinden sich noch zahlreiche lose Fasern im und auf dem Gewebe, die durch die klebrige Fusselrolle ganz leicht entfernt werden können.

Es gibt übrigens wiederverwendbare Fusselrollen mit einer gummiartigen, abwaschbaren Ummantelung. Oder die Einmalrolle mit doppelseitigem Klebeband, das man nach der Benutzung einfach abreißen kann. Zur Not tut’s auch ein Paketklebeband.

Ein Geheimtipp für unterwegs sind übrigens Nylonstrümpfe, die Ihr Kleidungsstücke zuverlässig von losen Fusseln befreien.

3. In die Wäsche, fertig, los …

Drehen Sie Ihre Kleidungsstücke für die Wäsche auf „links“ und vermeiden Sie Weichspüler. Dieser bildet einen glättenden Film auf den Fasern, die sich somit leichter aus dem Stoff lösen können.

Ein Schonwaschgang ist ideal, da er die Kleidung in der Maschine sehr sanft bewegt und so weiterem Pilling vorbeugt. Waschen Sie für Pilling anfällige Kleidung nicht zusammen mit rauen Oberflächen wie beispielsweise Jeans. Vermeiden Sie scharfe Kanten wie Knöpfe und Reißverschlüsse. Im Zweifel können Sie das Kleidungsstück für die Wäsche in einen Wäschebeutel stecken, um es vor unnötiger Reibung zu schützen. Oder wählen Sie direkt die schonende Handwäsche.

Waschmittelhersteller preisen seit neustem Waschmittel gegen Pillings an. Fakt: Auch hier kommt ein Chemie-Cocktail zum Einsatz. Daher nutze ich solch ein Waschmittel NICHT!

4. Trocknen

Vermeiden Sie den Wäschetrockner. Im Trockner lösen sich besonders viele Fasern aus dem Stoff heraus, wie das volle Flusensieb des Trockners uns eindrucksvoll zeigt. Also, lieber die Kleidung an der frischen Luft trocknen. Duftet ja ohnehin viel besser!

Wenn es doch mal der Trockner sein muss – bitte nur bei niedriger Hitze und bei kurzer Dauer.

5. Entfernen von Pilling

Haben sich trotz aller Maßnahmen Pillings gebildet?

So wenig wie möglich mit den Fingern abzupfen. Denn dabei lockern sich viele weitere Fasern, sodass auf Dauer noch mehr Knötchen entstehen. Viel besser sind elektrische Fusselrasierer, welche die fiesen Knötchen einfach abrasieren. Vor den rotierenden Klingen befindet ein Schutzblech, damit sie nicht zu tief ins Gewebe schneiden. Bei manchen Geräten lässt sich sogar der Abstand zwischen Messer und  Stoff einstellen. Dennoch sollte man den Rasierer vorsichtig einsetzen, um nicht völlig ausgedünnte Stellen oder Löcher zu riskieren.

Pillings können mit einem Fusselrasierer beseitigt werden

Von Einwegrasierern möchte ich tatsächlich abraten, denn die Gefahr sich den geliebten Pulli zu durchlöchern ist viel zu groß. Dann lieber doch mit den Fingern vorsichtig abzupfen.

Zu guter Letzt gibt es noch den umweltfreundlichen Fusselstein. Er besteht meist aus Lavagestein und erinnert an einen Bimsstein (z.B. von Prym / Werbung unbezahlt). Vor allem lockere Pillings nimmt er gut auf. Bei feinen Materialien sollten Sie ihn erst mal an einer verdeckter Stelle testen. Mit dem Stein nicht über die Oberfläche rubbeln – das wäre kontraproduktiv.

Mit diesen 5 Tipps gegen Pilling können Sie nun perfekt in die Herbst-Wintersaison starten und sind für den Kauf des nächsten Kuschelpullis gewappnet.

Herzlichst

Sonja Garrison

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