Frau mit geblümter Bluse und schwarzem Rock vor einer Wand Businessgarderobe
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Businessgarderobe im Sommer – 7 Expertentipps

Sommer, Sonne, Sonnenschein … alles schön und gut, solange man im Bikini den ganzen Tag faul am Strand liegen kann. In Businessgarderobe sieht das ganz anders aus.

Zu einem Kundentermin auch noch bei 30 Grad frisch und gut gekleidet zu erscheinen, kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Vom Make-up ganz zu schweigen. Im Büro oder der Kantine erwarten einen „dank“ Klimaanlage hingegen fast arktische Temperaturen.

Daher habe ich 7 Tipps, damit Sie auch bei Sommerhitze überzeugen – auch für die Männer ist etwas dabei:

(Die nachfolgenden Tipps enthalten Empfehlungen – in Form unbezahlter Werbung *).

1. Naturfasern als natürliche Klimaanlage

Wählen Sie Kleidung aus Naturfasern wie Leinen, Seide, leichte Schurwolle und Viskose. Diese wirken durch die glatte Oberfläche kühlend. Schweiß und Wärme können gut abgeleitet werden. Die Bezeichnung „Cool Wool“ bei Anzügen und Kostümen ist ein Indiz für sehr leichte, sommerliche Stoffe aus Wolle. Cool Wool ist temperaturausgleichend, luftdurchlässig und nimmt den Schweiß auf.  Vorsichtig sollten Sie hingegen bei festen Stoffen aus Polyesterfasern sein, da sie die Haut nicht atmen lassen. Man schwitzt um so mehr und es besteht „Müffelgefahr“.  Achten Sie auch beim Innenfutter der Kleidung auf die Zusammensetzung der Materialien.

Trotzdem Schweißränder? Atmungsaktive Unterwäsche, die den Schweiß aufnimmt ist ideal. Den Achselbereich Ihrer Blazer und Sakkos können Sie durch „Armblätter“ * schützen. Es gibt Sie zum Einnähen und auch selbstklebend. Schweißränder haben so keine Chance.

2. Lockere Schnittführungen

Durch Kleidung in lockerer Schnittführung kann die Luft besser zirkulieren und gibt zusätzliche Kühlung. Eine lässig geschnittene Bluse, ein luftiger A-Linien Rock oder ein zart fließendes Kleid – z.B. ein Hemdblusenkleid oder Shiftkleid – sind daher ideale Sommer-Begleiter im Büro. Sehr eng anliegende Kleider und Hosen, sollten Sie bei 30 Grad also lieber im Schrank hängen lassen. Im Casual Business liegen die Männer mit leichten Chinohosen genau richtig. Damit der Look „angezogen“ und nicht nachlässig wirkt, sollten die Kleidungsstücke top gebügelt sein und besondere Details haben: Z. B. Kragen, Manschetten, Faltendetails, Drapierungen, Knopfleisten, Reverskragen.

3. Helle Farben – auch bei der Businessgarderobe?

Helle Farben reflektieren die Sonne grundsätzlich besser als dunkle Kleidung. Außerdem macht es an einem Sommertag doppelt Spaß, helle und strahlende Farben zu tragen. Als Basisfarben können Sie Weiß, Creme, Hellgrau und Mittelblau tragen. Die Damen kombinieren dies z.B. mit Rot, sanftem Pink, Zitronengelb, Aprikot und Türkis . In der Herrenmode sind Mint, Kobaltblau und Violett gerade ein großes Thema.

Steht ein formeller Termin an? Dann sollten Sie für Ihre Businessgarderobe dunklere Töne wählen. Basisfarben wie Silbergrau oder dunkles Marineblau wirken elegant, kompetent und souverän und können mit frischen, zarten Pastellfarben kombiniert werden.

Noch ein Tipp für weiße Blusen und Herrenhemden:

Die Unterwäsche unter weißen Damenblusen und Kleidern sollte hautfarben sein. Weiß würde sich stark durchzeichnen.

Die Herren tragen unter einem weißen Hemd ein Unterhemd ohne Arm mit extra breitem Träger (z.B. von Mey *) oder die klassische T-Shirt Form. Bitte KEIN Tanktop (Rippenshirt) mit schmalen Trägern. Wenn Sie kein Unterhemd unter Ihr Business-Hemd ziehen möchten, sollte ein weißes Hemd nicht zu dünn und durchscheinend sein. Brusthaare und Brustwarzen, die sich unter dem Herrenhemd abzeichnen, sind im Meeting nicht sexy – sondern maximal lächerlich.

4. Von HEISS zu KALT – der Zwiebellook

Büros, Kaufhäuser und Restaurants sind oft klimatisiert. Der Wechsel von kühlen Räumen zu heißen Außentemperaturen macht unserem Körper zu schaffen. Um nicht auszukühlen sind leichte Strickjacken, dünne Capes oder Pashmina Schals ideal. In bunten Farben setzen sie farbliche Akzente und sie lassen sich ganz leicht in der Handtasche verstauen.

Die Männer haben ja ohnehin das Sakko dabei. Falls Sie es mal ablegen und dennoch stilvoll gekleidet sein möchten, bietet sich eine sommerliche Anzugweste an. Sie wertet den Look auf.

Wieviel Zwiebel darf’s denn sein – bzw. darf ich als Frau im Hochsommer Feinstrümpfe im Business weglassen? Nackte Beine sind im sehr formellen Businessbereich mit Kundenkontakt eher ein No-Go. Das Bein wirkt durch Feinstrümpfe gleichmäßig und „angezogen“ – dem Anlass angemessen. In 15 – 20 den bei Feinstrümpfen spüren Sie im Sommer fast nichts. Zudem gibt es Varianten mit leichtem Stützeffekt, was sogar gegen schwere Beine bei einem langen Sommertag hilft. Halterlose Strümpfe sind eine luftige Alternative zur Strumpfhose.

Wenn es in Ihrem Büro doch keine Feinstrümpfe sein müssen: Kleine Hautunebenheiten wie Besenreiser, können Sie mit Körper-Make-up abdecken. Wisch und schweißfest übersteht das auch einen langen Tag.

Ohne Strümpfe kennen allerdings viele Frauen ein Problem: Scheuernden Oberschenkel. Breite Strumpfbänder schützen die Oberschenkel vor dem Wundreiben. Schneiden Sie einfach das Strumpfband von halterlosen Strümpfen ab. Oder bestellen Sie es direkt bei haloBa * oder Bandelettes  *(USA).

5. Schmuck und Tücher im Sommer

Modeschmuck kann durch Schweiß leicht anlaufen und Verfärbungen auf der Haut hinterlassen. Das betrifft auch Uhren. Mit Silber- oder Goldschmuck, Edelstahl, Perlen und Edelsteinen liegen Sie auf der sicheren Seite.

Ein Tuch oder Schal kann im Sommer ziemlich schweißtreibend sein. Wenn Sie Ihr Bürooutfit trotzdem durch ein schönes Tuch abrunden möchten, sollten Sie auf reine Seide achten. Möglichst dünn und leicht gewebt, ist es auch an heißen Sommertagen ein toller Begleiter. Und wenn es doch zu warm wird – dann binden Sie es um den Henkel Ihrer Handtasche. So setzt es einen schönen Akzent. Achtung: Gut verknoten, damit Sie das Tuch nicht verlieren.

Für die Männer bieten Einstecktücher wie immer einen schönen Akzent. Im Sommer können Sie frische und leuchtende Farben und gerne auch sommerliche Motive auswählen. Bewegen Sie sich im Beruf im kreativen Bereich? Dann könnten Sie die Socken auf die Farben des Einstecktuchs abstimmen.

6. Sommerschuhe im Business

Auch die Schuhe gehören zur Businessgarderobe. Je nach Branche und ob Kundenkontakt herrscht, sollten Damen mit Sandalen sehr bedacht umgehen. Im Idealfall verzichten Sie darauf die Zehen zu zeigen. Ferse zeigen, ist hingegen erlaubt – und so ein Sling-Pumps bringt zumindest etwas Frischluft an den Fuß. Wichtig: Bitte achten Sie auf top gepflegte Fersen!

Bei den Materialien empfehle ich Echtleder, da Kunstleder nicht „atmen“ kann. Nach kurzer Zeit werden Sie in Ihren Schuhen „schwimmen“.

Die Herren wählen entweder klassische (Echt)Lederschuhe oder falls es in Ihrem Büro erlaubt ist, leichte Stoffschuhe oder Mokassins. Übrigens: Der „ohne Socken-Trend“, gilt NICHT fürs formelle Business.

7. Make-up und Düfte im Sommer

An heißen Tagen verläuft das Make-up schnell. Ein „Primer“ schafft die ideale Grundlage und gibt flüssigen Grundierungen einen besseren Halt. Alternativ sind Puder-Make-ups eine tolle Alternative. Mein persönlicher Geheimtipp: Puderblättchen für unterwegs. Damit lässt sich wie mit Löschpapier das Hautfett aufnehmen. Zusätzlich sind sie mit einer dünnen Schicht Puder beschichtet, das die Haut mattiert.

Bitte übertreiben sie es nicht mit Deo, Parfum und Aftershave. Im Hochsommer kommt jeder mal ins Schwitzen – doch unangenehme Gerüche mit einer Überdosis Parfum und Co. zu überdecken, ist nicht der richtige Ansatz. Nehmen Sie lieber ein zweites Shirt oder Hemd als Ersatz mit. Oft reicht es auch das Unterhemd zu wechseln.

Zum Abschluss noch ein paar grundlegende Do’s & Don’ts für die Businessgarderobe bei Sommerhitze:

Egal wie warm es ist – auch im Sommer sollte die Garderobe fürs Büro nicht nach „Freizeit“ aussehen.

Damen: Miniröcke, hohe Beinschlitze, ein tiefes Dekolleté, ärmellose Shirts und Transparenz sind im Business fehl am Platz. Vorsicht auch bei Mustern. Im formellen Business zumindest, sollten Sie auf Hawaii-Drucke, Palmenblätter und Flamingos verzichten.

Herren: So verlockend kurzärmlige Hemden sind, im Business verzichten Sie lieber darauf. Erst recht, wenn Sie Krawatte tragen. Warum? Zum einen ist es einfach nicht mehr zeitgemäß. Zum anderen sollte die Hemdmanschette für einen stilvollen Look immer aus dem Sakkoärmel hervorschauen. Und wählt „Mann“ ein Kurzarmhemd, fehlt eben genau diese Manschette. Wenn es im Büro zu warm wird, legen Sie lieber das Sakko ab und krempeln Sie die langen Ärmel hoch. So wirken Sie anpackend und dynamisch.

Kurze Hosen sind – wie Sie sich denken können – für das formelle Business ebenso ungeeignet wie Sandalen. Augen zu und durch – der nächste Feierabend kommt.

Bleiben Sie entspannt – und genießen Sie die sommerlichen Tage auch in Ihrer Businessgarderobe.

Herzlichst

Sonja Garrison

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Dresscodes im Business – 5 Aspekte für Ihren perfekten Auftritt!

Was denken Sie über Dresscodes im Business? Antiquiert – also schlichtweg veraltet – oder sinnvoll?! Was muss man beachten und wie sieht so ein Dresscode eigentlich aus?

Genau diese Frage stellen sich viele meiner Kunden, darunter Unternehmen und Selbstständige. Deshalb möchte ich das Thema in diesem Blogbeitrag ein wenig beleuchten.

Man mag über Business-Dresscodes denken was man will. Doch vor allem im Kundenkontakt von Unternehmen ist es wichtig einen Leitfaden für das Erscheinungsbild der Mitarbeiter zu definieren. All das im Sinne der Corporate Identity. Dabei geht es nicht um starre Regeln oder Uniformen, sondern um Orientierungshilfen für mehr Sicherheit!

Der erste Eindruck zählt – Freund oder Feind?!

Die visuellen Eindrücke spielen beim Erstkontakt eine wichtige Rolle. Wir ziehen Rückschlüsse vom Erscheinungsbild auf die Persönlichkeit; und im Beruf auf die Kompetenz. Richtig eingesetzt, können Sie Ihre Persönlichkeit und Kompetenz durch eine authentische Geschäftsgarderobe unterstreichen.

Beim Erstkontakt entscheiden mit 55 % die visuellen Eindrücke wie Kleidung und Körpersprache. Gefolgt von 38 % mit unserer Stimme und nur 7% zählt der Inhalt des Gesagten.

Ein positiver erster Eindruck verschafft Ihnen einen Vertrauensvorteil

Ihr Gegenüber kann sich schneller auf Sie einlassen, wenn Sie durch ein authentisches Erscheinungsbild auf Anhieb überzeugen. Ein negativer erster Eindruck muss erst mühsam revidiert werden. Durch eine dem Anlass angemessene Garderobe zeigen Sie Ihrem Gegenüber außerdem Ihre Wertschätzung. Daher: Lieber ein wenig overdressed als völlig underdressed. Letzteres kann als Desinteresse ausgelegt werden. TIPP: Betrachten Sie sich aus der Perspektive des Kunden – was würden Sie von Ihrem Outfit und Auftreten erwarten …?

Weniger Regeln – wachsende Unsicherheit!

In vielen Branchen gibt es heute keinen klassisch formellen Dresscode mehr. Ausnahmen finden sich beispielsweise in der Finanzbranche, in Unternehmensberatungen und bei Rechtsanwälten. Immer weniger wird von Mitarbeitern aktiv gefordert sich an strenge Dresscodes zu halten. Auch weil sich vor allem junge Mitarbeiter mehr Individualität und Lässigkeit beim Business-Look wünschen. Eine weitere Herausforderung: Die Anforderungen einer Geschäftsgarderobe können je nach Branche, dem Unternehmen und auch innerhalb eines Teams sehr variieren.

Die Konsequenz: Immer weniger Absprachen und Vorgaben. Einerseits eine positive Entwicklung für mehr Individualität. Keinerlei Vorgaben bedeuten jedoch wenig Orientierung und damit wachsende Unsicherheit: „Kann ich die Krawatte weglassen?“, „Sind Jeans erlaubt?“, „Wie auffällig darf mein Schmuck sein?“, „Muss ich einen Designer-Anzug kaufen?“.

Leitfaden für mehr Orientierung

Ich plädiere in Unternehmen deren Mitarbeiter viel Kundenkontakt pflegen, für einen Leitfaden bezüglich der Geschäftsgarderobe – nennen  wir es einen „soften Dresscode“. Meine Erfahrung zeigt, dass Mitarbeiter diesen Leitfaden schätzen weil er ihnen Orientierung und Sicherheit gibt. Letztendlich kommt dies der Außenwirkung des Unternehmens zu Gute. Sprechen Sie sich zumindest vor Kundeterminen innerhalb Ihres Teams ab, damit Sie gemeinsam eine klare Linie zeigen!

 

Dresscodes: Formal Business – Modern Business – Casual Business

Nachfolgend eine Übersicht der 3 gängigsten Dresscodes. Die Grenzen sind oft fließend. Bei der Vielzahl an Branchen und den unterschiedlich Anforderungen innerhalb eines Unternehmens kann im Rahmen dieses Blogbeitrags kein pauschalisierter Hinweis gegeben werden. Die nachfolgenden Bilder und Beschreibungen verschaffen Ihnen aber einen ersten Überblick.

  • Formal Business: Oft geschichtlich gewachsene Unternehmen mit starken Hierarchien (Banken, Versicherungen, etc.). Das klassische Verständnis von Geschäftsgarderobe kommt hier zum Tragen: Bei Männern ein grauer oder dunkelblauer Anzug mit weißen und pastellfarbenen Hemden. Frauen tragen ein Kostüm oder einen Hosenanzug mit pastellfarbener Bluse. Wenig Raum für Individualität.
  • Modern Business: Zu finden in Unternehmen mit eher flachen Hierarchien und flexiblen Strukturen. Kreativ, innovativ und erfolgreich im Teamwork (Softwarehäuser, Werbeagenturen, Marketingabteilung innerhalb eines Unternehmens etc.). Die Kleiderordnung ist entspannter und es wird viel Wert auf Stil, Modernität und Individualität gelegt. Die Krawatte ist kein Muss. Dieser Dresscode setzt sich mehr und mehr durch und löst in vielen Branchen das „Formal Business“ ab.
  • Casual Business: Bitte nicht zu verwechseln mit Casual. Wir bewegen uns immer noch auf Geschäftsebene. Der Look sollte bei aller Lässigkeit immer eine gewisse Eleganz ausstrahlen. Kombinationen aus Sakko und Chinohose, evtl. sogar Weste statt Sakko, extravagante Einstecktücher. Je nach Branche und Unternehmen kommen auch modische Sneakers in Frage. Besonderheit „Casual Friday“: Auch am Freitag gilt – was im Büro getragen wird, sollte auch nach Büro aussehen (gepflegt und nicht nachlässig).

 

Die 5 wichtigsten Aspekte zusammen gefasst – damit SIE überzeugen:

  1. Lieber overdressed als underdressed – damit zeigen Ihrem Gegenüber Wertschätzung
  2. Achten Sie auf hochwertige Materialien und Verarbeitung.
  3. Exakte Passform vermittelt Genauigkeit. Zu enge oder zu weite Kleidung wirkt wenig überzeugend.
  4. Teamwork auch beim Outfit: Sprechen Sie sich mit Ihren Kollegen vor einem Meeting ab (Krawatte und Jeans = Ja oder Nein?). Oder möchten Sie beim Kundetermin am Ende besser gekleidet sein als ihr Chef?!
  5. Perspektivwechsel: Betrachten Sie sich als Ihr Kunde. Wirken Sie überzeugend? Was erwartet Ihr Kunde von Ihrem Auftreten?

 

In meinen Seminaren, Vorträgen und Einzelberatungen berücksichtige ich u. a. all diese Aspekte. Es wird analysiert welche Anforderungen die Geschäftsgarderobe erfüllen sollte. Ziel ist es, die Außenwirkung zu optimieren. In Abstimmung kann dabei genau festgelegt werden, welche Kleidungsstücke und Kombinationen in Frage kommen und welche weniger geeignet sind. Dies gilt gleichermaßen für Einzelunternehmer als auch für die Mitarbeiter eines Unternehmens.

 

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Das Einstecktuch – 5 Tipps wie man es richtig kombiniert und faltet

Ein kleines Tuch mit großer Wirkung – das Einstecktuch!

Richtig kombiniert peppt es jeden Anzug, jedes Sakko und auch Westen auf. Vom formellen Businessoutfit bis hin zum modischen Freizeitlook, verleiht es dem jeweiligen Look Raffinesse und Individualität. Von vielen meiner Kunden anfänglich mit Skepsis beäugt, konnte ich bislang noch jeden dafür begeistern. Es wird also Zeit die wichtigsten Tipps zum Styling in diesem Blog-Beitrag zusammenzufassen. Danach macht Ihnen in Sachen Einstecktuch so schnell keiner was vor …

5 wichtige Fakten & Tipps – inkl. Faltanleitungen:

1. Material

Der Klassiker unter den Einstecktüchern ist Weiß und aus feiner Baumwolle. Als Rechteck gefaltet ziert es die unterschiedlichsten Outfits. Daneben gibt es Tücher aus Leinen, Wolle, hochwertigen Mikrofasern und ganz edel wird das Tuch aus Seide. Um den edlen Look zu vollenden, können die Kanten des Tuchs „rolliert“ sein.

Einstecktuch

Seidentuch mit rollierten Kanten

2. Farbigkeit und Muster

Mit einfarbigen Tüchern liegen Sie immer richtig. Sie sind schlicht, und einfach zu kombinieren. Wer sich auch bei der Farbe unsicher ist, greift zum klassisch weißen Einstecktuch. Für Abwechslung und Raffinesse sorgen Muster und markante Farben. Zeitlose und vielseitig kombinierbare Muster sind Karo, Paisley oder kleine Punkte. Besonders modisch sind derzeit florale und grafische Muster. Farblich liegen Sie bei Mustern in Blautönen richtig. Ganz aktuell sind Weinrot, Grün- und Petroltöne.

3. Das Einstecktuch richtig kombinieren

Jetzt wird’s knifflig – zwar gibt es keine strengen Regeln wie und wann ein Einstecktuch getragen wird. Doch beim Kombinieren von Mustern und Farben werden häufig Fehler gemacht, die man mit folgenden Tipps leicht vermeiden kann:

Orientieren Sie sich beim Kombinieren farblich an den dominierenden Musterfarben und weniger am Grundton. Verlieren Sie sich dabei nicht im (Farb)Detail. Es geht vielmehr darum die Farbtemperatur und das Gesamtbild aufzugreifen, als den einzelnen Farbton perfekt zu treffen.

  • Krawatte mit Muster & einfarbiges Tuch: Die dominierende Musterfarbe der Krawatte greifen Sie im Tuch auf.
  • Einfarbige Krawatte & gemustertes Tuch: Die Farbe der Krawatte wird im Tuch als dominierende Musterfarbe aufgegriffen (z. B. zur weinroten Krawatte ein Einstecktuch, welches im Muster ein Hauch von Weinrot aufgreift.)
  • Krawatte UND Tuch gemustert: NIEMALS sollten Krawatte und Einstecktuch das gleiche Muster und die gleiche Mustergröße aufweisen! Dies wirkt zu „gewollt“. Stilvoller: Unterschiedliche Muster in unterschiedlichen Größen (z. B. Kleines Paisley zu breiten Streifen bzw. breite Streifen zu kleinen Punkten).
  • Nur Einstecktuch: Ohne Krawatte getragen ist das Einstecktuch DAS Accessoire um Ihrem Outfit eine persönliche Note zu verleihen. Es zeigt Ihrem Gegenüber zudem, dass Sie nicht aus Bequemlichkeit die Krawatte weggelassen, sondern sich mit Ihrem Look bewusst auseinander gesetzt haben. Greifen Sie beim Tuch eine Farbe aus dem Outfit auf.

Spielen Sie schon in der Profi-Einstecktuch-Liga? Dann können Sie das Tuch auf das Hemd, ein farbiges Knopfloch am Sakko, die farbigen Schnürsenkel oder sogar Ihre Socken abstimmen. Im Zweifel aber bitte einen Profi fragen ;).

4. Falttechniken – so kommt Ihr „Schmuckstück“ optimal zur Geltung

Baumwoll- und Leinentücher werden meist gefaltet, Seiden- und Mikrofasertücher eher bauschig gelegt.

Hier meine persönlichen Favoriten:

Das Rechteck: Der Klassiker wirkt besonders schön mit einem weißen Tuch aus feiner Baumwolle oder Leinen. Die Technik ist ideal für Business-Termine und formelle Anlässe.

Die Bauschfaltung: Diese lässige Variante ist perfekt für leichte Einstecktücher aus Seide oder leicht glänzender Mikrofaser. Im Winter kommen auch leichte Wollstoffe in Frage (siehe Titelbild).

Das Dreieck / Spitzfaltung: Diese zeitlose Variante ist ideal für einfarbige Tücher.

Dreiecks-Bauschfaltung: Diese raffinierte Mischung aus Bausch- und Spitzfaltung ist vor allem für Seidentücher geeignet. Falten Sie das Tuch nicht zu schmal. Es neigt zum Verrutschen, sobald es die Ränder der Brusttasche nicht mehr berührt.

2-Ecken / Doppelspitzfaltung: Sowohl für einfarbige als auch gemusterte Tücher geeignet.

5. Extra Tipp

Gemusterter Taschenbeutel: Bei vielen sportiven Sakkos ist der Taschenbeutel der Brusttasche aus einem schönen Futterstoff gefertigt. Stülpen Sie diesen einfach hoch, … und schon haben Sie ein Einstecktuch! Achten Sie dabei auf eine gute Qualität und Verarbeitung des Stoffes. Im Zweifel lieber ein separates Einstecktuch wählen.

… Übrigens, lassen Sie Ihr Einstecktuch Tuch zu formellen Anlässen nicht weiter als ein bis zwei Zentimeter aus der Brusttasche herausragen. Je weiter es hervorlugt, desto extravaganter wirkt es.

Konnte ich Sie neugierig machen? Vielleicht haben Sie ja bald ein kleines und feines Einstecktuch-Repertoire!

Ein paar Hersteller Tipps: von Floerke, Eton, Boss, …

Das Einstecktuch bietet so viele Spielräume und kaum starre Regeln: Experimentieren Sie drauflos und finden Sie Ihre persönliche Note.

Viel Spaß dabei!

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Materialien und Verarbeitung – Wie Sie gute von schlechter Qualität unterscheiden

Gute Qualität muss nicht zwingend teuer sein.

Haben Sie sich auch schon mal über ein teures T-Shirt geärgert dessen Seitennaht sich nach dem ersten Waschen verzieht? Oder besitzen Sie ein günstiges Kleid welches locker als Designerstück durchgeht? Die Wirkung unserer Kleidung ist maßgeblich von der Qualität der Stoffe und der Verarbeitung abhängig. Ein Kleidungsstück verfehlt seine Wirkung wenn es all zu „billig“ wirkt.

So wie es im hochpreisigem Segment mal weniger gute Qualitäten gibt, so findet man auch bei günstigen Anbietern gute Qualität und Verarbeitungen. (Ausgenommen „Marken“ bei denen man eine Hose für 7,00 Euro erwerben kann). Als Laie ist es auf den ersten Blick oft schwer die Merkmale guter Qualität zu erkennen. In meinen Aus- und Fortbildungen war Textilkunde stets ein wichtiges Thema. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen die wichtigsten Tipps verraten, wie auch Sie die Spreu vom Weizen trennen können:

1. Verarbeitung und Details

Überprüfen Sie bereits im Geschäft ob Knopflöcher und Taschen schön verarbeitet sind. Auch die Knöpfe sollten sauber vernäht sein. Eine Naht (z.B. Seitennaht, Abnäher) sollte glatt verlaufen und sich nicht ziehen oder wellen. Bilden sich kleine Lücken beim Auseinanderziehen einer Naht, oder wenn das Nähgarn deutlich sichtbar wird (Leiterbildung), dann wurde mit falscher Fadenspannung genäht. Eine solche Naht wird immer unruhig bleiben. Dies fällt besonders an der Knopfleiste von Herrenhemden und Damenblusen, sowie an Kragen auf. Bügeln wird hier wenig helfen oder nur sehr mühsam sein.

2. Passform

Ein Kleidungsstück kann noch so teuer und hochwertig sein – wenn es nicht richtig sitzt, dann wird es nicht überzeugend wirken. Und auf dem Bügel sieht es nun mal völlig anders aus als angezogen. Probieren Sie Kleidung also vor dem Kauf unbedingt an! Bewegen Sie sich darin, gehen Sie ein paar Schritte, setzen Sie sich damit. So zeigt sich schnell ob es wirklich optimal sitzt. Unterwäsche sollte sich dabei nicht abzeichnen, das Kleidungsstück sollte nicht verrutschen, nicht einengen oder unschöne Falten schlagen.

Ich bin immer wieder erstaunt wie oft Kleidung „blind“ gekauft und Zuhause noch nicht einmal überprüft wird. So sind Schrankhüter vorprogrammiert.

3. Material / Rohstoff

Naturfasern wie Baumwolle, Leinen und Wolle bieten hinsichtlich des Tragekomforts die angenehmsten Eigenschaften. Sie sind atmungsaktiv und nehmen Feuchtigkeit auf. Kunstfasern haben oft einen schlechten Ruf, müssen jedoch nicht zwangsläufig schlecht sein. Sie können die negativen Eigenschaften mancher Naturfasern sogar ausgleichen (u.a. Knittern, Ausleiern, Ausbluten von Farben). Der Anteil an Kunstfasern sollte allerdings geringer ausfallen als der Anteil der Naturfasern. Wenn Sie „Seidenbluse“ lesen, und im Etikett steht 90 % Polyester und 10 % Seide, dann ist dies ein Täuschungsmanöver. Und an einem  „Wollpullover“ aus 85 % Polyacryl und nur 15 % Wolle werden Sie nicht lange Freude haben. Es kommt also auf die richtigen Anteile an.

Hier die wichtigsten Materialien:

  • Baumwolle und Leinen nehmen Feuchtigkeit gut auf, verlieren aber schnell die Form. Ein geringer Elastananteil verhindert dies. Achten Sie auf das Maschenbild. Bei hochwertigen Shirts verläuft das Maschenbild gerade. So verzieht sich nichts. Verlaufen die Maschen hingegen schief, entsteht nach einigem Waschen die typisch verzogene Seitennaht.
  • Viskose bewirkt einen fließenden, edlen Fall der Kleidung und ist eine günstigere Alternative zu hochwertiger Seide. Viskose lässt sich gut waschen, allerdings knittert die Kleidung sehr leicht. TIPP: Machen Sie beim Kauf den „Knautschtest“. Greifen Sie in das Material hinein und drücken Sie es fest zusammen. Springt es danach mit nur wenigen Falten, oder sogar glatt zurück, ist die Qualität in Ordnung. Ist es danach jedoch völlig zerknittert, sind lange Bügelsessions vorprogrammiert. Viskose wird übrigens aus Cellulose hergestellt, die man aus Pflanzenfasern gewinnt (u.a. aus Holz oder Baumwolle).
  • Polyester ist eine pflegeleichte Kunstfaser. Sie ist formbeständig und knittert kaum. Kleidung aus Polyester trocknet sehr schnell, da die Faser keine Feuchtigkeit aufnimmt. Für Sportbekleidung ist das optimal. Der Schweiß kann am Körper schnell trocknen und man kühlt nicht aus. Bei normaler Alltags-Kleidung ist das eher von Nachteil. Wärme staut sich und der Schweiß bleibt an der Oberfläche der Faser haften. Dort wird er von Bakterien zersetzt und es beginnt unangenehm zu riechen. Mein TIPP: Waschmittel für Sportbekleidung auch ab und zu für normale Kleidung aus 100 % Polyester nutzen. Dieses bekämpft Bakterien und neutralisiert Gerüche (Bitte sparsam verwenden!)
  • Acryl (Polyacryl) ist eine Kunstfaser, die auf den ersten Blick ähnliche Eigenschaften wie Wolle hat. Sie ist flauschig, fühlt sich weich an und knittert nicht. Jedoch wärmt sie nicht gut, speichert keine Feuchtigkeit und die Haut kann nicht atmen. Zudem ist das Material anfällig für Pilling (s.unten). Zu guter Letzt lädt es sich sehr leicht elektrostatisch auf. Fliegende Haare und kleine Schläge sind die Konsequenz. Wenn Polyacryl, dann also nur in sehr geringen Anteilen.

4. Oberflächenbeschaffenheit

Eine edle, gleichmäßig glatte Oberfläche wirkt hochwertig. Gezogene Fäden, Glanzstellen vom Bügeln, … all das lässt ein Kleidungsstück minderwertig erscheinen. Und jeder kennt sie … die typischen Knötchen an der Oberfläche der Kleidung. Pilling! Diese entstehen bei Materialien mit abstehenden Fasern (Kaschmir, etc.) in Verbindung mit Reibung. Gänzlich vermeiden lassen sie sich nicht. Doch bei hochwertigen Rohstoffen und Verarbeitung entstehen die Pillings sehr viel später. Test: Reiben Sie an einer kleinen Stelle für 10 Sekunden zwei Schichten des Stoffes mit etwas Druck aneinander. Wenn sich schon jetzt kleine Knötchen bilden, ist das ein Zeichen für schlechte Qualität. Bereits vorhandene Pillings lassen sich gut mit einem Fusselrasierer entfernen.

5. Geruch

Machen Sie im Geschäft den Geruchstest. Wenn ein Kleidungsstück künstlich/chemisch/beißend/muffig riecht, lassen Sie lieber die Finger davon. Meist werden in der Textilproduktion chemische Veredelungsverfahren eingesetzt um dem Material bestimmte Eigenschaften zu geben (kein Einlaufen, bügelfrei, dauerhafter Glanz, Färben, etc.). Manche dieser Verfahren sind für die Umwelt sehr belastend und auch der Einfluss auf unsere Gesundheit ist nicht unerheblich. Kunstleder enthält z.B. oft Weichmacher (Phthalate) um es griffiger und anschmiegsamer zu machen.  Bei „bügelfreien“ Hemden wird das Garn beim Verspinnen überdreht und entweder Synthetikfasern untergemischt, was nicht weiter ist. Alternativ werden oft Kunstharze in das Gewebe eingelagert. Sie erhöhen die elektrostatische Aufladbarkeit des Stoffes und können die Haut reizen. Zudem leidet die Atmungsaktivität des Stoffes. TIPP: Riecht das ganze Geschäft chemisch/beißend. Dann verlasse ich meist rückwärts den Laden.

Also … Augen (und Nase) auf beim Kleiderkauf. Das schont den Geldbeutel und Sie haben länger Freude an Ihren Kleidungsstücken. Dies ist übrigens auch ein Beitrag zur Umwelt und ein Zeichen gegen die „Wegwerfkultur“ in der Modebranche.

Herzlichst

Sonja Garrison